Donnerstag, 29. September 2016

Sockeldämmung oder „Schlimmer kann es nicht werden!“

Wir hatten es geahnt. Aber man hofft ja irgendwie doch immer das Beste. Leider war es dann doch so, wie wir so ziemlich überall gelesen hatten – oder eigentlich (zumindest gefühlt) noch schlimmer. Wovon ich rede? Ich rede von meinem persönlichen „Erzfeind“, der Sockeldämmung 😉 Aber fangen wir mal von vorne an 🙂

Bereits zwei Wochen nach der Hausstellung hatten wir samstags Unterstützung von einem von Herrn Ps Brüdern. Bewaffnet mit einem Bohrhammer, einer Schaufel und nem Handfeger hatten wir zu dritt den Bereich um unseren Sockel etwas verbreitert. Teilweise lugte die Frostschürze der Bodenplatte noch sehr weit hervor, teilweise war dort noch stark verdichteter Schotter, den man unmöglich einfach wegschüppen konnte, ohne ihn vorher zu lockern. Ein ganzer Nachmittag und viel Schweiß später waren wir mit dem Ergebnis ganz zufrieden – es sollte eigentlich genug Platz vorhanden sein, damit man recht „bequem“ die Sockeldämmung vornehmen kann.

Isover auf dem Spitzboden

verbreiterter Bereich um den Sockel

verbreiterter Bereich um den Sockel

verbreiterter Bereich um den Sockel

 

 

 

 

 

 

 

Der nächste Schritt war dann die Bitumendickbeschichtung auf den Sockel aufzutragen. Zudem wollten wir auf jeden Fall gerne noch ein Armierungsgewebe einarbeiten. Es folgte also unser Erstkontakt mit der Dickbeschichtung. Aus Erzählungen wussten wir so in etwa, was auf uns zukommen würde – eine schwarze, extrem klebrige Masse. Und so war es dann auch. Trotzdem ging dieser Arbeitsschritt noch verhältnismäßig schnell und so hatte unser Sockel nach einem Tag Arbeit, auf dem Rücken bzw. der Seite im Schotter liegend;-), eine Schicht Bitumendickbeschichtung und ein eingearbeitetes Armierungsgewebe. Dies musste nun erstmal trocknen – und wir mussten uns die Bitumenreste von der Haut schrubben. War aber gar nicht so viel, ging dementsprechend auch mit so einer Waschpaste für solche Gelegenheiten gut weg.

Noch am Tag der Lieferung des Heizungsmaterials hatten wir uns einen „heißen Draht“ oder auch Styroporschneider  für das darauffolgende Wochenende geliehen. So gingen wir also freitags frisch ans Werk, die von uns gekauften XPS-Platten zuzuschneiden. So ein heißer Draht ist schon ein feines Werkzeug. Auch wenn der, den wir hatten, zu klein für unsere XPS-Platten war und wir somit immer noch einen zusätzlichen Schneidevorgang hatten. Aber ohne dieses Teil wäre es wirklich ein riesiger Kraftakt geworden, da die XPS-Platten ja (so soll es ja auch sein) viel dichter und fester sind als normaler Styropor. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten (man muss sich in sowas ja auch erst einmal hinein denken), ging es aber recht zügig vorwärts. Außerdem war das Wetter schön – wir hatten den heißen Draht draußen am Gerüst montiert, sodass wir sogar noch einen schönen Sonnenuntergang erleben konnten.

Heißer Draht im Sonnenuntergang

Heißer Draht im Sonnenuntergang

Für den Samstag war dann geplant nochmals mit dem Bohrhammer an die Stellen zu gehen, bei denen wir schon beim „Anprobieren“ der XPS-Platten (in Vorbereitung auf das Zuschneiden) gemerkt hatten, dass es noch Platzprobleme gibt und wir mit der Platte nicht gut unter das Haus kommen. Dafür hatten wir Andreas kleinen Bruder engagiert 😉 Wir wollten dann die erneute Schicht Bitumen auftragen und die XPS-Platte ansetzen und festkleben.
Leute, ich sag es Euch, war das eine Sch…arbeit!!! Zu wenig Platz, alles sehr beengt, man sieht nicht wirklich viel, weil sich ja alles eigentlich irgendwie unter dem Haus abspielt, das matschige/klebrige Bitumen, zudem war es warm…. Ich könnte jetzt noch so weiter machen, aber kurzum: Wir waren uns sehr schnell einig, dass wir uns nicht vorstellen können, dass es noch schlimmere Arbeiten geben kann. Es ging extrem schleppend vorwärts, da im Grunde nochmal jede Platte explizit auf die Verhältnisse am Sockel angepasst werden musste, damit sie wirklich perfekt saß und auch ihren Zweck erfüllte. 42 Meter zogen sich somit ewig hin… Es wurde Samstag Abend und wir stellten fest, dass wir noch nicht einmal ganz die Hälfte der Strecke geschafft hatten und dass unser Bitumeneimer sich immer mehr dem Ende näherte. Furchtbar gefrustet und furchtbar dreckig 😉 machten wir Schluss und fuhren noch kurz in einen Baumarkt, um einen neuen Eimer dieses Teufelszeugs zu kaufen. Dort wurde ich von einem Mitarbeiter direkt auf meine schwarzen Arme angesprochen, die er zunächst für Tattoos hielt 😉 erst als ich ihm sagte, dass ich Nachschub von genau diesem Zeug bräuchte, verstand er, dass es sich nur um Bitumen handelte. Leider hatten sie keine Eimer mehr und so verabschiedeten wir uns, nachdem er noch drei Mal viel Spaß beim Schrubben wünschte 🙂 Klar war jedenfalls, dass wir nun am Sonntag in „Trockenübungen“ weiter machen mussten, weil wir die Platten auf jeden Fall schon exakt zuschneiden mussten, da wir den heißen Draht am Sonntag Abend noch wieder abgeben mussten. Dann also einpassen, ohne anschließend mit Bitumen zu schmieren….

Bitumen-Tattoo

Bitumen-Tattoo

Hier sieht man übrigens noch die „harmloseren“ Stellen. Fragt mich nicht, warum ich nichts Langärmeliges an hatte – so wirklich kann ich das rückblickend auch nicht sagen… Es war warm und ich war genervt – vielleicht lag es daran 😉

Den Sonntag verbrachten wir dann noch fluchend beim Zuschnitt – oder sagen wir besser: ICH habe geflucht wie nix – der Mann war (Gott sei Dank) die Ruhe selbst und hat getreu seinem Motto „Einfach machen“ einfach gemacht 😉

Gestern und heute konnten wir die Sockeldämmung dann komplett fertig stellen (die letzten Tage standen einfach zu viele andere Sachen an und vermutlich brauchten wir auch einfach mal eine Pause ;-)). Nun sind wir froh und glücklich, dass wir es geschafft haben. Aber ich ziehe ja ganz gerne ein Fazit – das möchte ich hier auch tun:
1) Wir haben im Internet so viele Berichte über die Sockeldämmung gelesen, bei den meisten hieß es, dass das in einem, maximal zwei Tagen gegessen gewesen sei. Ich möchte niemanden angreifen (und wenn man viele Helfer hat, funktioniert das vielleicht auch), aber zu zweit, wenn man es wirklich ordentlich auf das Haus anpassen möchte – never ever! Das kann ich mir nicht vorstellen! Also vielleicht lieber mehrere Tage oder viele Helfer einplanen, dann ist man möglicherweise nicht so schnell gefrustet.
2) Auf jeden Fall langärmelige Arbeitskleidung tragen!!! Und auch solche Kleidung, die man ggf. später einfach wegwerfen kann. Denn selbst nach mehrmaligem Waschen befinden sich auf einem Oberteil von mir noch immer so kleine Bitumenkügelchen, die man jetzt Stück für Stück abpiddeln müsste. Und auf keinen Fall mit „normalen“ Klamotten waschen – die Kügelchen übertragen sich auch 😉
3) Auf jeden Fall einen heißen Draht besorgen/leihen – totale Arbeitserleichterung!!!
4) Ruhe bewahren 😉

Ich mache demnächst auch nochmal Fotos von der Sockeldämmung und ergänze die hier einfach… Ihr wisst schon: Frust und Überforderung = keine Fotos 😉